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Weck den Homo cantans in Dir

von Matthias Standfest

„Homo cantans“, der singende Mensch, sticht aus der Riege der Hominiden dadurch hervor, dass er in der Regel glücklicher und gesünder ist.
Glücklicher, weil sich ihm ein befreiendes Ventil auftut zum Stressabbau und sich eine wunderbare Welt der Töne öffnet; gesünder, denn das Singen stärkt die Lungen und fördert die aufrechte Haltung. Dieses wiederum wird von den Zeitgenossen zurecht als kraftvolles Körpersignal interpretiert. 

Übt der „Homo cantans“ sein Hobby mit anderen zusammen aus, kommen als positive Nebeneffekte auch noch eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit, ein gesteigertes Reaktionsvermögen und allgemein eine bessere Anpassungsfähigkeit dazu. Wie wichtig speziell letzteres ist, wissen wir seit Darwins Doktrin, dass nur der Anpassungsfähige überlebt. 

Die gute Nachricht ist: In uns allen steckt ein „Homo cantans“; die schlechte: Viele von uns lassen ihn verkümmern. 

Ursachenforschung

Singen ist eine Kulturleistung, die wie jede andere auch von früh auf geübt sein will. Das fängt im Elternhaus an, setzt sich im Kindergarten und in der Schule fort und bildet sich schließlich in Chören weiter. Leider gab es zu Beginn der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts infolge von Lehrermangel und missglückten pädagogischen Experimenten vielerorts die Tendenz, nicht mehr in der Schule zu singen. Etliche „weiße Jahrgänge“, also Menschen, die nie mit Gesang in Berührung kamen, verließen unsere Ausbildungsstätten. Dass deren Kinder ebenfalls aphon erzogen wurden, verwundert nicht. Dem Singen in der Öffentlichkeit haftete schon bald der Makel des Peinlichen an. 

Eine Gemeinde übt den Widerstand 

Um dieser verhängnisvollen Tendenz wenigstens auf lokaler Ebene Einhalt zu gebieten, probierten wir in der Monheimer Kirchenmusik neue Wege aus. Beispielsweise durch die Gründung eines Gospelchors unter Leitung meiner Frau Gisela Schmelz, wodurch sich die stilistische Bandbreite unseres Angebots erhöhte.

2003 wurde in unserer Kirchengemeinde zur ersten „Monheimer Chorsaison“ geladen. Die Überlegung war, Musikinteressierten auch ohne Vereinszugehörigkeit eine Heimat zu bieten - mit maßgeschneiderten Angeboten und zeitlicher Begrenzung. Bis heute erweist sich die „Monheimer Chorsaison“ als Erfolgsmodell. Die Konzerte gehören mittlerweile zum festen Bestand des Monheimer Kulturlebens. 

Mindestens ebenso wichtig ist aber auch die Förderung des Singens in der Breite: Kinderchor, Konfirmandensingen, Nacht der Lichter, Gottesdienste. Man soll und kann der Gemeinde ruhig etwas zumuten. Dazu zählt eben das mehrstimmige Singen von Kanons oder Taizé-Stücken. 

Ein freudiges Ereignis kündigt sich an!

Die Talsohle des Verstumnens scheint seit einiger Zeit durchschritten. In Kindergärten und Schulen wird wieder gesungen. Feste Bindungen an einen Chor werden zunehmend gesucht. Das führt in unseren Gemeinde zu dem glücklichen Zustand, dass sich eine neue Kantorei gegründet hat. Sie setzt sich zusammen aus Sängerinnen und Sängern des Konzertchors der Monheimer Chorsaison und ehemaligen Mitgliedern von "Chorus cum animo" Garath. Gemeinsam sind wir stark!

Willkommen „Concanto“!

Abschließend ein vertrauliches Wort an die männliche Leserschaft

Liebe Geschlechtsgenossen, habt Ihr Euch einmal gefragt, warum Frauen im Durchschnitt sieben Jahre länger leben? In den Chören herrscht allgemein großer Frauenüberschuss. Wo bleiben die Männerstimmen? Von den Frauen singen lernen, heißt überleben. 

Damit schließt sich der Kreis, und wir wären wieder bei Charles Darwin: Survival of the fittest.

Weitere Infos

Flautissimo

Blockflötenensemble "Flautissimo"

Gospelsingers

Monheimer Gospelsinger

Singstärke 9

Kinderchor Singstärke 9